«Arma 3» und «War Thunder» als Propagandamittel im Nahostkonflikt

Am 13. Juni 2025 führte Israel überraschende Luftangriffe auf iranische Nuklear- und Militäreinrichtungen durch. Bei den ersten Angriffen kamen mehrere iranische Nuklearwissenschaftler und hochrangige Militärs ums Leben, während die Zahl der zivilen Opfer unbestätigt bleibt (Schätzungen variieren je nach Quelle zwischen 300 und 600), wobei viele weitere Hunderte verletzt wurden.

Iran versprach eine «vernichtende Antwort» und feuerte Raketen auf israelisches Gebiet. Sechs Tage später ist der Konflikt noch immer aktuell, ohne Anzeichen einer Deeskalation. Tatsächlich könnten die Vereinigten Staaten auf der Seite Israels eingreifen, wobei das Weiße Haus eine Entscheidung der Trump-Administration in den kommenden Tagen ankündigte.

Die eigentliche Sorge besteht darin, dass sich dies zu einem weitreichenden Krieg im Nahen Osten entwickeln könnte, doch der Propagandakrieg ist bereits in vollem Gange. Iran ist bemüht, die Menschen davon zu überzeugen, dass es nicht so geschwächt ist, wie Israel behauptet, und in der Lage ist, sich einer so hochentwickelten Militärmacht zu stellen. Unabhängig von der Wahrheit hat dieser Drang, seine Fähigkeiten zu demonstrieren, dazu geführt, dass das Islamische Revolutionsgardenkorps (IRGC), ein bedeutender Zweig des Militärs mit besonderer Verantwortung für den Schutz des Nuklearprogramms des Landes, einen Clip von Arma 3 veröffentlichte, der angeblich den Abschuss mehrerer israelischer Jets zeigt.

Der Clip erschien zunächst auf der IRGC-assoziierten Tasnim-Nachrichtenagentur, bevor er sich schnell auf Messaging-Apps wie Telegram verbreitete und seinen Weg in die sozialen Medien fand. Eine beliebte Bildunterschrift lautete «Wir haben einen israelischen Jet abgeschossen», wobei das Filmmaterial offenbar zeigte, wie ein Jet von der Luftabwehr abgeschossen wurde, und die Beiträge oft auch behaupteten, der israelische Pilot sei gefangen genommen worden.

Arma 3 ist ein militärisches Simulationsvideospiel, dessen visueller Stil, insbesondere bei Fahrzeugen, mit fotorealistisch verwechselt werden kann. Der von der iranischen Seite geteilte Clip ist unten zu sehen und zeigt mehrere Wiederholungen derselben Aufnahmen, neben dem unglücklichen Detail, dass es sich bei dem beteiligten Flugzeug um einen russischen und nicht um einen israelischen Jet handelt.

Das Filmmaterial verbreitete sich so weit, dass die israelischen Verteidigungsstreitkräfte eine Medienverneinung herausgaben: «Kein israelisches Flugzeug wurde abgeschossen», sagte ein Sprecher der Jerusalem Post. «Das Filmmaterial ist gefälscht.» Sie fügten hinzu, dass alle an den Einsätzen des Tages beteiligten Piloten «sicher auf dem Stützpunkt gelandet» seien.

Arma 3 ist nicht das einzige Spiel, das auf diese Weise genutzt wird. Ein weiteres Video, das die Runde macht, behauptet, «den Moment zu zeigen, in dem der fortschrittliche israelische F-35-Kampfjet von den Verteidigungssystemen der Armee der Islamischen Republik Iran abgefangen und zerstört wurde». Hier ist der Clip:

Es stammt von Gaijin Entertainments War Thunder, einem weiteren militärischen Simulator mit äußerst guten Modellen militärischer Hardware. Hier ist der Originalclip auf YouTube, der von einem Fan des Spiels erstellt wurde, und die Beschreibung lautet teilweise: «Das russische 9K33 Osa Boden-Luft-Raketensystem erfasst und zerstört einen amerikanischen F/A-18C-Kampfjet.»

Leider ist dies nichts Neues. Der realistische visuelle Stil von Arma 3 bedeutet, dass Filmmaterial des Spiels schon zuvor als Propaganda in realen Konflikten verwendet wurde, insbesondere im anhaltenden Russland-Ukraine-Krieg und im Krieg zwischen Israel und Hamas. Entwickler Bohemia Interactive sagte: «Es ist für uns entmutigend zu sehen, dass das Spiel, das wir alle lieben, auf diese Weise genutzt wird.»

Bohemia Interactives Checkliste zur Erkennung gefälschter Videos:

Sehr niedrige Auflösung: Selbst ältere Smartphones können Videos in HD-Qualität liefern. Gefälschte Videos sind in der Regel von viel geringerer Qualität und absichtlich verpixelt und verschwommen, um zu verbergen, dass sie aus einem Videospiel stammen.

Sehr niedrige Auflösung: Um dramatische Effekte zu erzielen, werden diese Videos oft nicht im Spiel aufgenommen. Die Autoren filmen einen Computerbildschirm mit dem laufenden Spiel in niedriger Qualität und mit übertriebenem Kamerawackeln.

Findet oft im Dunkeln / bei Nacht statt: Das Filmmaterial ist oft dunkel, um das unzureichende Detailniveau der Videospielszenen zu verbergen.

Meist ohne Ton: Die Soundeffekte im Spiel sind oft von der Realität zu unterscheiden.

Zeigt keine Menschen in Bewegung: Während das Spiel die Bewegung von Militärfahrzeugen relativ realistisch simulieren kann, ist es selbst für die modernsten Spiele immer noch schwierig, natürlich aussehende Menschen in Bewegung zu erfassen.

Heads-Up-Display (HUD)-Elemente sichtbar: Manchmal sind die Benutzeroberflächen des Spiels, wie Waffenauswahl, Munitionszähler, Fahrzeugstatus, In-Game-Nachrichten usw. sichtbar. Diese erscheinen häufig an den Rändern oder in den Ecken des Filmmaterials.

Unnatürliche Partikeleffekte: Selbst die modernsten Spiele haben ein Problem damit, Explosionen, Rauch, Feuer und Staub sowie deren Beeinflussung durch Umweltbedingungen natürlich darzustellen. Achten Sie besonders auf seltsam getrennte Wolken.

Unrealistische Fahrzeuge, Uniformen, Ausrüstung: Personen mit fortgeschrittenem militärischem Ausrüstungswissen können die Verwendung unrealistischer militärischer Mittel für einen bestimmten Konflikt erkennen. Beispielsweise schießt in einem weit verbreiteten gefälschten Video das US-Luftverteidigungssystem C-RAM ein US-A-10-Bodenangriffsflugzeug ab. Einheiten können auch nicht authentische Abzeichen, Tarnungen usw. zeigen.