Jurassic World Evolution 3 verzichtet auf generative KI für Wissenschaftlerporträts

Nach der Enthüllung von Jurassic World Evolution 3 Anfang des Monats war die Freude groß, dass Spieler bald Baby-Dinosaurier im Spiel erleben können. Weniger begeistert zeigte man sich jedoch über die Entscheidung von Frontier Developments, die Wissenschaftler-Avatare des Spiels mittels generativer KI zu erstellen. Nun hat das Studio nach anfänglichem Feedback beschlossen, von dieser Entscheidung abzurücken.

Die Information, dass Frontier auf generative KI zurückgreifen würde, wurde erstmals auf der Steam-Seite von Jurassic World Evolution 3 bekannt, die neben den bescheidenen Systemanforderungen auch eine Mitteilung über die Verwendung von KI enthielt. Diese bezog sich offenbar auf die Gesichtsportäts der anstellbaren Mitarbeiter im Spiel und nicht auf zentrale Charaktere.

Einige Fans haben Bedenken hinsichtlich der Verwendung von generativer KI zurückgewiesen, da die Wissenschaftler-Avatare nur ein relativ kleiner Bestandteil von Jurassic World Evolution 3 sind. Es wurde auch vermutet, dass der Vorgänger des Spiels aus dem Jahr 2021 ähnliche Technologien nutzte, bevor Steams Offenlegungspflicht in Kraft trat. Der Widerstand in der Community war jedoch so stark, dass Frontier beschloss, die Nutzung der KI aufzugeben.

Die Neuigkeit wurde im Steam-Forum des Spiels geteilt, eine ausführlichere Erklärung gab es auf Game Watcher. «Wir haben die Nutzung generativer KI für Wissenschaftlerporträts in Jurassic World Evolution 3 nach anfänglichem Feedback eingestellt», schrieb Frontier. «Das Team arbeitet weiterhin intensiv am Spiel und freut sich sehr auf den Start am 21. Oktober.»

Frontier ist natürlich nicht der einzige Entwickler, der mit generativer KI experimentiert hat, und auch nicht der einzige, der dafür kritisiert wurde. Activision wurde von Call of Duty-Fans beschuldigt, «KI-Müll» zu produzieren, nachdem KI-generierte Kunst in Werbematerialien für das milliardenschwere Franchise verwendet wurde, darunter ein Weihnachtsmann-Zombie, der mit so wenig künstlerischem Feingefühl gestaltet wurde, dass offenbar niemand bemerkt hatte, dass er sechs Finger hatte. Auch Microsoft geriet kürzlich in die Kritik, nachdem es eine KI-generierte spielbare (im weitesten Sinne des Wortes) Demo «inspiriert» von Quake 2 veröffentlicht hatte.

Trotz aller Kontroversen ist klar, dass KI die Spieleentwicklung für immer verändert, und zahlreiche Unternehmen, darunter Ubisoft und Take-Two, haben angekündigt, generative KI-«Werkzeuge» zu erforschen. Auch Doug Bowser von Nintendo äußerte sich kürzlich zu der Technologie und erkannte ihr Potenzial zur «Steigerung der Produktivität» an, während er hinzufügte: «Es wird immer, immer einen menschlichen Touch und ein menschliches Engagement bei der Entwicklung und Gestaltung unserer Spiele geben.»